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++++ Informationen für Logistiker und Mitglieder der Transcoop09 AG | Ausgabe 13 | 06_2022 ++++

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Versicherungsschutz als Erfolgsgeheimnis

7. TC09 Versicherungs-Kongress

Neu-Ulm  -  Das Schnüren passgenauer Versicherungspakete gehört zu unseren Kernkompetenzen.

Beim TC09-Secure-Kongress wurden neue Optionen vorgestellt und Antworten auf die zahlreichen Herausforderungen für die Logistik-Branche geliefert – ein intensives Treffen, das dem Feedback zufolge ein gutes Gefühl hinterlassen hat.

Live ist unersetzbar

Neue Trends und Innovationen in der Logistik aufzuzeigen, stand im Mittelpunkt dieses nunmehr siebten von unserem Hause organisierten Kongresses. Die Location in einem Landhotel bei Ulm hatte Stil und Atmosphäre, die Laune der etwa 40 Teilnehmer war bestens. „Endlich wieder persönliche Begegnung und direkter Austausch“, fiel TC09-Secure-Vorstand Josef Perisa ein Stein vom Herzen. Zusammen mit Christos Sakalidis, dem TC09-Secure-Leiter und Kongress-Moderator, ging er in die abschließende Gesprächsrunde, die nach über sechsstündigem Vortragsmarathon und zahlreichen informellen Gesprächen am Rande nochmals auf eine Schlüsselfrage zusteuerte: Wie können Spediteure ihre Versicherungskosten senken?
 

Kostensenkungen durch Risk-Management

Spediteur Thomas Schulte-Lindhorst gab praktische Hinweise. Er hat in seinem Betrieb einen Risk-Manager installiert in Person eines erfahrenen Fahrers mit der Aufgabe, mit seinen Kollegen intensiv über das Thema zu kommunizieren und sie für schadensträchtige Situationen zu sensibilisieren. Der Fuhrpark von Spediteur Thomas Schulte-Lindhorst umfasst 60 Fahrzeuge. Was sich seit der Einführung eines Risk-Managements in seinem Betrieb verändert hat, wird er gefragt? Seine Antwort ließ die Zuhörer aufhorchen: „Die Versicherungsprämien haben sich deutlich verringert, da durch die Einführung des TC09 Risikomanagements auch die Anzahl der Schäden deutlich reduziert werden konnte.“ Um rund ein Drittel!, legte er die Größenordnung offen.

„70 Prozent aller Schäden“, wird Danilo Smoczynski, Risk-Manager der TVM-Versicherung auf Nachfrage bekannt geben, „sind Frequenzschäden“. Kleinere Schäden, solche wie Rempler anderer Fahrzeuge, beim Rückwärts-Rangieren, durch abgefahrene Spiegel sowie in Folge von Unachtsamkeit beim Fahrspur-Wechsel – „die Top-3-Schadensarten.“ 
Das Risk-Management, das bei Abschlüssen mit TVM obligatorisch dazu gehöre, setze auf zwei Felder: auf die kontinuierliche Schulung der Fahrer sowie auf die Prozessoptimierung im Schadensfall. Dadurch sollten kostentreibende zusätzliche Schritte etwa durch die Einschaltung von Rechtsanwälten und Gutachtern vermieden werden. Risk-Management, so Smoczynski weiter, müsse jedoch zwingend in den Mittelpunkt des Unternehmens gerückt werden, um damit einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess anzustoßen und am Laufen zu halten. „Man muss dranbleiben“, bestätigte Thomas Schulte-Lindhorst, andernfalls klettere die Schadenskurve schnell auch wieder nach oben.

TC09-Secure bietet daher Speditionen mit eigenem Fuhrpark Unterstützung bei der Einführung eines solchen Risk-Managements an. Eine nachweisbare Senkung der Schadensfälle mache sich durch eine deutlich bessere Platzierung ihrer Risiken auf dem Versicherungsmarkt relativ rasch bezahlbar, erläuterte unser Versicherungsexperte Christos Sakalidis.

 

Viele Bagatellschäden im Bereich KFZ machen hellhörig

Allein die Implementierung eines Risk-Managements führe bei R+V nicht zur Absenkung von Prämien, „bei uns wird das allenfalls im Nachhinein honoriert“, erläuterte Abteilungsdirektor Harald Seliger. Denn sehr viele Parameter flössen in die Prämienberechnung ein, machte auch Martin Weirich klar, im Provinzial-Konzern zuständig für die Großkunden ab 25 Fahrzeugen: „Wir können Belohnungen ausgeben, aber keine Vorausrabatte“, hob auch er hervor. Selbst Vereinbarungen zur Selbstbeteiligung führten nicht automatisch gleich zu Prämiensenkungen. Häufige Bagatellschäden, das wurde in der Diskussion deutlich, machen die Versicherer hellhörig. „Jeder abgefahrene Außenspiegel ist doch gleichzeitig ein Indiz, dass es knapp an einem Großschaden vorbei ging“, gab Weirich zu Bedenken. Aus Versicherer-Sicht beinhalte die Selbstbeteiligung wiederum Risiken, wandte Harald Seliger ein. Weil dadurch wohl nicht sämtliche Schäden gemeldet würden, „sind wir auf einem Auge blind“, gab er unumwunden zu. Die Provinzial, so verdeutlichte Martin Weirich in seinem Referat, schaue sich vor Abschlüssen sehr genau den Schadensverlauf der zurückliegenden Jahre an, aber auch Parameter wie die bedienten Routen, die Art der Fracht. 

 

Unterschiedliche Praxis bei KFZ Policen-Verlängerung

Auch die R+V-Versicherung lässt sich noch Zeit bis ins 4. Quartal mit der Verlängerung der Versicherungsverträge, zu unübersichtlich sei im Moment die Lage, erklärte Harald Seliger. Aus Sicht von TC09 Secure ist dies unbefriedigend, wie Josef Perisa anklingen ließ. Auf Nachfrage gab er bekannt, dass Kunden unseres Hauses jetzt schon die Möglichkeit haben, ihre Kfz-Flottenverträge zu verlängern und die Konditionen für 2023 festzuschreiben. Diese Option könne auch potentiellen Neukunden angeboten werden. Die Kunden könnten so bei jedem Fahrzeugwechsel schon von den günstigeren Prämien profitieren.

 

Höheres Schadenvolumen pro KFZ Schadenfall

R+V-Abteilungsdirektor Harald Seliger beobachtet derzeit unterschiedliche Entwicklungen. Zwar rechnet er mit Rückgängen bei den Schadensfällen, je mehr Assistenzsysteme im Einsatz sind und je ausgereifter autonomes Fahren werde. Allerdings steige deren Zahl im Moment wieder, nachdem sie pandemiebedingt zwischenzeitlich gesunken waren. „Denn es sind auch wieder sehr viel mehr Fahrzeuge unterwegs“, verwies der für Kraftfahr-Verträge zuständige R+V-Direktor auf neueste Zahlen. Volle Straßen bedeuteten auch: mehr Stauunfälle. Sogar rapide würde die Schadenshöhe pro Fall nach oben schnellen, „das liegt deutlich über der Inflation“, was schon seit mehreren Jahren zu beobachten sei. Ursächlich dafür seien die Kostenanstiege bei den Ersatzteilen, „da langen die Fahrzeughersteller richtig zu“, kritisierte Seliger diese Praxis.

 

Benefit durch Zusatzversicherung - Mitarbeiterbindung

Über eine andere Möglichkeit der Kostensenkung sprach Matthias Knödler, Geschäftsführer von KV-Haus. Der Krankenversicherungsspezialist warb für das Modell der arbeitgeberfinanzierten Krankenzusatzversicherung. Deren Benefit zeige sich in mehrerlei Form, in einer geringeren Fluktuation ebenso wie in weniger Ausfalltagen. Die Versicherten können damit im Rahmen eines vorher festgelegten Budgets („Budgetmodell“) Leistungen etwa für Zahnersatz oder Physiotherapie ohne Zusatzzahlungen in Anspruch nehmen, für Knödler ein vortreffliches Instrument, um gegenüber Mitarbeitern Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Weitere Services wie die Video-Sprechstunde oder eine Facharzt-Vermittlung brächten sogar noch zusätzlichen Benefit.

 

Herausforderungen durch alternative Antriebe

Mathias Schickedanz nahm das weite Feld der alternativen Antriebe und Kraftstoffe unter die Lupe und zog ein ernüchterndes Fazit. Im Moment sei es noch kaum möglich, abzuschätzen, welcher Weg sich zukünftig als der richtige erweise. Er verwiese in dem Zusammenhang auf den überraschenden Preisanstieg bei LNG und auf „sehr viel höhere Ausfallrisiken bei alternativen Antrieben“. Auf sie zu setzen ohne eigenes Notfall-Management sei nicht ratsam. Die Ersatzteilbeschaffung dauere oft länger und bedeute ein höheres Standzeit-Risiko. Folgen von Unfällen seien oft gravierender. Ist beispielsweise Gas(-antrieb) mit im Spiel, würden weiträumige Absperrungen nötig. „Auf die Versicherer warten spannende Herausforderungen“ – auf die Spediteure ebenso. Denn nicht nur die Fahrzeuge seien sehr viel teuer als konventionelle Fahrzeuge, ungeachtet einer staatlichen Bezuschussung von 80 Prozent der Zusatzkosten. Auch der Aufwand bei der Beschaffung läge höher. Dennoch riet Schickedanz nicht grundsätzlich von alternativen Antrieben ab: „Es hängt eben stark vom Einsatzzweck ab.“

 

Folgen minimieren nach Cyber-Attacke

Perspektivenwechsel: „Alle Unternehmen können Opfer einer Cyberattacke werden, das passiert auch kleinen.“ Björn Blender, Leiter des Maklervertriebs CyberDirekt, wollte mit seinem Kurzreferat aufrütteln und das Risikobewusstsein wecken. Selbst bei guten technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen verbleibe immer ein Restrisiko. Firewalls seien löchrig, die Software sei oft nicht auf dem neuesten Stand, der „Risikofaktor Mensch“ sei ein weiterer Türöffner für die Bösewichte. Ist eine Attacke geglückt, seien die Schäden oft riesig. Selbst Insolvenzen seien ihm schon untergekommen.

Doch die Risiken könnten minimiert werden. Eine Cyberversicherung könne dafür sorgen, dass sich die finanziellen Folgen eines erfolgreichen Hackerangriffs in Grenzen halten. Treten beispielsweise Cyber-Forensiker auf den Plan, würden die Kosten für deren Einsatz übernommen. „Der Markt“ ist nach Blenders alarmierender Einschätzung „im Moment sehr schadensträchtig.“

Optimistischer Ausblick

Generell mangele es in der Logistik-Branche derzeit nicht an Herausforderungen. Andreas Marongiu, Geschäftsführer des VSL Baden-Württemberg, streifte nur kurz die hohen Spritpreise und die inflationäre Entwicklung, um dann näher auf die Änderungen im Kabotageverkehr einzugehen. Sein Resümee fiel dann aber alles andere als pessimistisch aus. „Die Branche steht besser da als in der Öffentlichkeit dargestellt“, sagte der Vertreter von 450 Mitgliedsunternehmen. Die Erfahrungen zeigten es: „Die Logistik-Branche hat es noch immer gut hinbekommen.“

 

INFO – Die TC09 im Profil:

Die Leistungspalette von TC09 hat sich seit der Gründung im Jahr 2009 kontinuierlich erweitert. Gleichzeitig stieg die Zahl von damals 13 Gründungsunternehmen auf heute 52 und der Umsatz auf aktuell über 6 Millionen Euro. Hannes Petschenka, unser „Head of Logistics“, gab den Teilnehmenden des Kongresses in einem Kurzdurchlauf einen Überblick über unsere Leistungen und unseren Ansatz als Dienstleister, bei Projekten als Kooperationspartner einzusteigen und das Management dabei durch unsere Expertise zu unterstützen, etwa in Fragen der Strategie und der Digitalisierung. Was den Bereich Versicherungen betrifft, reichen die Angebote über reine Makler-Leistungen hinaus, sprach unser Kollege den Ansatz einer Gesamtflottenbetreuung an. „Unser Ziel ist es immer, Synergien für unsere Mitgliedsunternehmen zu erzielen.“ Ebenso erwähnte er die 200 eigenen Fahrzeugeinheiten, die zur Vermietung bereitstehen, sowie den Online-Shop, der 170.000 Artikel führt.

Thomas Vogel

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